Der Begriff „ernste Musik“ mag das Bild einer gediegenen Atmosphäre im Konzertsaal und eines Orchesters heraufbeschwören, das lange Sinfonien spielt. Dabei ließen sich Komponisten nicht selten auch von der Volksmusik inspirieren – von den Melodien, Rhythmen und dem Temperament des ländlichen Lebens.
Bei unseren musikalischen Begegnungen begeben wir uns auf eine Reise vom dramatischen Barock über die temperamentvolle Roma-Musik und die zarte Romantik bis hin zum rhythmischen Chanson. Auch der frische Klassizismus, inspiriert von Joseph Haydn und dessen Anlehnung an die Roma-Musik, wird nicht fehlen.
Die vorgestellte Musikauswahl ist kein bloßes Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiger und vielschichtiger Wert, der auch heute noch neue Generationen inspiriert.
Ganz gleich, ob Sie zu den Liebhabern der klassischen Musik gehören oder Ihr Herz für Folklore schlägt – wir laden Sie zu einem musikalischen Treffen ein, bei dem beide Welten in einem einzigartigen Dialog miteinander verschmelzen.
- Traditionell: Vojake Sheja
- Antonio Vivaldi: „La Follia“ Triosonate d-Moll op. 1 Nr. 12
- Joseph Haydn: Klaviertrio Nr. 39, G-Dur (Andante, Rondo all'Ongarese: Presto)
- Reinhold Glière: Intermezzo und Tarantella, op. 9
- Zoltán Kodály: Kállai kettős K 148 (arr. MusEquality)
- Traditionell: Sarba de Concert (arr. für Solocimbalom Marcel Comendant)
- Tony Muréna: Indifférence
- Béla Bartók: Rumänische Volkstänze Sz. 56, BB. 68
- Antal Béla Babai: Caprice Tzigany a-Moll
Die Musik beugt die Zeit auf ihre eigene Weise. Ein Barockmeister, der auf seinen Reisen durch Polen und Mähren Volksmelodien sammelte, ein argentinischer Rebell, der dem Tanzsaal seine Würde zurückgab, ein rumänischer Bauer, dessen Melodie Bartók in ein symphonisches Werk verwandelte. Jeder von ihnen hörte etwas, das über die Zeit hinausgeht, in der er lebte, und das auch heute noch ganz natürlich Anklang findet.
Das Programm beginnt bereits hinter den Kulissen. Zwei Geiger betreten die Bühne und spielen bereits, als würde die Musik von selbst entstehen, lange vor dem ersten Ton des Konzerts. Nach und nach kommen weitere Musiker hinzu, und aus dem intimen Dialog entsteht ein Ensemble.
Georg Philipp Telemann ist heute vor allem als Meister des Barock bekannt, doch nur wenige wissen, dass ihn die polnische und mährische Volksmusik faszinierte – und gerade deshalb hat MusEquality ihn ausgewählt. Dvořáks Bagatellen sorgen dann für einen Moment der Ruhe. Dvořák hat nie Volkslieder zitiert oder deren Melodien kopiert – und doch klingt seine Musik durch und durch tschechisch. Als würde er die Landschaft nicht beschreiben, sondern sie mit ihrer eigenen Stimme singen lassen.
Nach der Pause kehrt eine andere Energie zurück. Wieniawskis „Scherzo-Tarantella“ erklingt in einer Bearbeitung für Zymbal – ein Instrument, das mehr verdient als die Rolle einer folkloristischen Kulisse. Hier behauptet es sich als vollwertiger Solist in jedem Genre. Eine ähnliche Absicht steckt hinter Míšeks Sonate für Kontrabass: Der Solokontrabass ist in Konzertsälen ein seltener Gast, obwohl gerade in Böhmen wunderschöne Musik für ihn entstanden ist. Bartóks „Divertimento“ leitet dann das abschließende Rondo ein, in dem Solisten und das gesamte Ensemble die Melodien wie in einem lebhaften Gespräch hin und her spielen – zeitweise scheint es, als würde Händel in einen Zigeunertanz hineingezogen. Den Schlusspunkt des gesamten Abends setzt Wladigerow: Seine bulgarische Rhapsodie „Vardar“ bringt die elementare Energie des Südens mit sich, Volksmusik, eingebettet in einen virtuosen, ungezügelten Stil.
- György Ligeti: Concert Românesc
- Antonín Dvořák: Bagatellen op. 47
- Adolf Míšek: Sonate Nr. 2 für Kontrabass und Klavier e-Moll, op. 6, 1. Satz
- Pancho Wladigerow: Bulgarische Rhapsodie „Vardar“, op. 16
- Henryk Wieniawski: Scherzo-Tarantelle op. 16
- Piazzolla und Vivaldi: Die vier Jahreszeiten (arr. MusEquality)
Die einzigartigen Bildungskonzerte des MusEquality-Ensembles verbinden klassische und Volksmusik.
Das Programm richtet sich an Schüler der 1. und 2. Grundschulklasse sowie an Schüler von weiterführenden Schulen und Musikschulen. Auf interaktive und ansprechende Weise werden sie nicht nur mit diesen Musikgenres (klassische Musik, Volksmusik) vertraut gemacht, sondern auch mit Musikinstrumenten und wichtigen Themen wie Gleichberechtigung, Respekt und Zusammenarbeit.
Bei der Interpretation klassischer Musik lassen wir uns von den tiefen Wurzeln der Volksmusiktraditionen Mährens und der Slowakei inspirieren, wo wir aufgewachsen sind. Auf unserem musikalischen Weg haben wir dann unseren Horizont durch das Studium der klassischen Musik und die Erforschung der Verbindungen zwischen Folklore und anderen Musikgenres erweitert. Neben dem praktischen Musizieren widmen sich die meisten von uns auch dem Musikunterricht und arbeiten aktiv mit dem Bildungszentrum der Tschechischen Philharmonie zusammen.
Die Hauptmotivation für die Erstellung dieses Bildungsprogramms besteht darin, Kindern die klassische Musik näherzubringen, die jedoch auf den Grundlagen der traditionellen Volksmusik basiert. Die Volksmusik, der authentischste und tiefgründigste Ausdruck einer Kultur, bildet die Wurzeln, aus denen die klassische Musik erwächst. Wir möchten den Kindern diese Verbindung nicht nur aufzeigen, sondern ihnen auch die Werte vermitteln, die diese beiden Musiktraditionen in sich tragen. Wir sind überzeugt, dass unsere Konzerte ihre musikalische und persönliche Entwicklung bereichern und sie zu einem tieferen Verständnis der Musik sowie ihrer Verbindung zu Emotionen und Kultur anregen können.
Was passiert, wenn wir klassische Virtuosität und naturalistische Folkloretradition nebeneinander stellen? Kann sich das Zymbal bei der Interpretation von Werken der Jahrhundertwende vom 17. zum 18. Jahrhundert behaupten? Und lassen sich die Tänze der bäuerlichen und der höfischen Gesellschaft miteinander verbinden? Antworten auf diese Fragen bietet das Musik- und Tanzprogramm „Tanz unter uns“.
Der Begriff „ernste Musik“ mag das Bild einer gediegenen Atmosphäre im Konzertsaal und eines Orchesters heraufbeschwören, das lange Sinfonien spielt. Dabei haben sich Komponisten nicht selten auch von der Volksmusik inspirieren lassen – von den Melodien, Rhythmen und dem Temperament des ländlichen Raumes. „Tanz unter uns“ lädt dazu ein, Momente zu erleben, in denen diese beiden Welten aufeinandertreffen und einen einzigartigen Dialog schaffen.
- Tanzmelodien aus der Uhrovská-Sammlung von 1730
- Antonio Vivaldi: „La Follia“ – Triosonate d-Moll, op. 1 Nr. 12
- Joseph Haydn: Klaviertrio Nr. 39, G-Dur (Andante, Rondo all'Ongarese: Presto)
- Reinhold Glière: Tarantella, op. 9
- Traditionell: Sarba de Concert (arr. Marcel Comendant)
- Béla Bartók: Rumänische Volkstänze Sz. 56, BB. 68
- Zoltán Kodály: Kállai kettős K 148 (arr. MusEquality)
- Tony Muréna: Indifférence
- Konzept:
- MusEquality, Laura Kolačkovská
- Musik:
- MusEquality
- Choreografie:
- Kristína Kordošová, Laura Kolačkovská, Silvia Nemcová
- Kostüme:
- Klára Lustyk
- Tänzer:
- Adam Šindler, Dana Rokyta, David Tari, Eduard Ungvarský, Laura Kolačkovská, Lucia Micháliková, Lukáš Blažek, Silvia Nemcová, Tomáš Kolomazník, Veronika Holecová
